AlpenCross

Sommer 2016 – endlich ist es soweit!

Antje und ich starten zu unserem ersten AlpenCross. Wir haben uns für eine geführte Tour von Garmisch über die legendäre Via Claudia Augusta an den Gardasee entschieden. Die Route führt vorbei am Zugspitzmassiv, über den Reschenpass durch den Vintschgau und endet in Torbole.

 

Anreise:
Die Mountainbikes sind auf dem Autodach montiert und das Reisegepäck ist verstaut. Die Sonne scheint und es ist Zeit, die vor uns liegende Autofahrt von ca. 650 km nach Garmisch zu starten. Die Autofahrt verläuft reibungslos, bis sich ca. 50 km vor unserem  Ziel der Himmel zuzieht und sich ein heftiger Regen über uns ergießt. Mit einem Mal schießen uns die Gedanken durch den Kopf, wie wohl das Wetter in den nächsten Tagen sein wird, denn bekanntlich geht es bei einem AlpenCross nur in eine Richtung und man kann nicht mal eben einen Tag aussetzen und auf Sonnenschein warten.
Die Angst vor schlechtem Wetter ist zum Glück unbegründet. Schon am Nachmittag klärt sich der Himmel auf. Bei einem kleinen Stadtrundgang durch Garmisch vertreiben wir uns die Zeit, bis wir in einem herrlichen Restaurant unser Abendessen zu uns nehmen.

 

Tag 1:
Ein gutes, energiereiches Frühstück und es geht los zum vereinbarten Treffpunkt, dem Parkplatz der Kreuzeckbahn. Dort sehen wir sofort den Pavillon unseres Reiseanbieters, wo wir uns melden und die ersten Informationen erhalten. Wir lernen unseren Guide und unsere Mitfahrer kennen und haben mit unserer nur fünf Köpfe starken Gruppe Glück, denn es stellt sich schnell heraus, dass wir alle die gleichen Erwartungen an die Tour haben. Wir  wollen beim biken die Natur erleben und sind weit weg von einem Wettbewerbsgedanken nach dem Motto „ich fahre den Trail aber viel schneller als du“ oder „ich bin der Erste oben am Berg“.
Wir checken unsere Bikes und dann rollen wir los. Es geht entlang der Loisach bis Ehrwald, weiter über den Fernpass. Abseits der Straße befahren wir den alten Römerweg, die Via Claudia Augusta. Weiter geht es durch das Gurgltal nach Imst, wo wir unsere erste Übernachtung haben.

 

Tag 2:
Entlang des Inn geht es über Landeck, vorbei an Badeseen und kleinen Tiroler Dörfern bis zur Schweizer Grenzstation Martina. Wir haben bereits 70 km im Sattel gesessen, als wir die Norbertshöhe mit ihren elf Kehren in Angriff nehmen. Die nächsten 6,5 km und 425 hm sind der letzte Anstieg für diesen Tag.
Noch ein paar Fotos auf der Norbertshöhe und es geht bergab nach Nauders zu unserem heutigen Etappenziel.

 

Tag 3:
Nach dem leckeren Frühstück fahren wir über den Reschenpass zum Reschensee mit seinem tollen Panorama: Der Grauner Turm und im Hintergrund das Ortlermassiv. Unser heutiges Etappenziel Latsch erreichen wir auf schönen Wegen durch die Apfelplantagen, nachdem wir in der mittelalterliche Stadt Glurns noch eine Kaffeepause eingelegt haben.

 

Tag 4:
Entlang der Etsch fahren wir nach Meran und genießen in der dortigen Altstadt den südtiroler Flair bei einem leckeren Espresso. Es geht weiter durch sehr schöne Apfelplantagen und einen herrlichem Höhenweg mit Blick über Bozen. Angekommen in Kaltern, unserem Etappenziel, entspannen wir bei bestem Wetter am Pool des Hotels und später auf einem Weinfest.

 

Tag 5:
Am vorletzten Tag fahren wir durch Weinreben hinunter bis zur Etsch, folgen dem Etschtal-Radweg bis Mezzocorona und weiter hinauf nach Spormaggiore, wo wir uns an einem Brunnen am Dorfplatz erfrischen. Durch den Wald geht es weiter hinauf nach Andalo. Jetzt verstehe ich auch die Aussage unseres Guides „wenn Waldwege geteert werden wird es steil“ … aber so steil?
Die Route führt weiter Richtung Molveno See, als es plötzlich wie aus Kübeln zu regnen beginnt. Da wir nur noch wenige Kilometer von unserem Hotel entfernt sind, ziehen wir unsere Regenkleidung an und treten weiter kräftig in die Pedale. Durchgenässt bis auf die Haut kommen wir in unserem Hotel an, wo wir bereits vom Hotelier mit einem Gartenschlauch bewaffnet erwartet werden. Es folgt eine schnelle Grundreinigung der verschlammten Räder, bevor diese im Fahrradkeller verstaut werden. Unsere nassen Klamotten trocknen wir im Heizungskeller des Hotels.

 

Tag 6:
Nur noch 45 km und wir sind am Ziel. Den Blick auf den Gardasee können wir kaum erwarten, auch wenn dies das Ende unseres AlpenCross bedeutet.
Von unserem Hotel am Molveno See fahren wir ein paar Kilometer bergan und haben einen grandiosen Ausblick auf die Berge. Es scheint so, als wären wir über den Wolken.
Die Fahrt geht weiter über schöne Wege und durch Wälder. Plötzlich kracht es bei einer langen Schotterabfahrt an meinem vorderen Laufrad. Ich kann es nicht glauben, an meinem Laufrad ist eine Speiche abgerissen … am letzten Tag. Da ich keine Ersatzspeiche habe, bleibt nur eine provisorische Reparatur mittels Kabelbinder. Mit einem schlackernden Vorderrad geht es weiter nach Arco, wo wir ein Eis essen und einen Espresso trinken. Gemütlich rollen wir nun weiter nach Riva und am Ufer des Gardasees nach Torbole, wo unser Reiseveranstalter einen Sektempfang für uns bereit hält.

Erst einige Tage später realisieren wir es: Wir haben es geschafft!

Impressionen: